Sagenwelt Dolomiten & Südtirol
König Laurins Reich
Die Schlernhexe
Magische Kräfte umhüllen den Schlern schon aus der Urzeit. Laut Volksmund trafen sich dort die Hexen, trieben ihr Unwesen und feierten mit dem Teufel ihrem Herrn und Meister, den Hexensabbath. Wurde die Ernte durch einen Hagelwetter oder anhaltender Dürre zerstört, starb ein Kindlein oder stürzte ein Stück Vieh auf den Almen in den Abgrund wurden diese „ Freveltaten“ einer „Unholden“, einer Hexe, zur Last gelegt. Allein im Jahre 1510 wurden neun Völser Bäuerinnen in einem Hexenprozess für schuldig erklärt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Heute noch gilt die – allerdings freundlich gesinnte – Schlernhexe auf ihrem Besen als Symbol der Gegend. Die Akten des Hexenprozesses, ehemals im Archiv des Schlosses Prösels bei Völs aufbewahrt, befinden sich jetzt im Nationalmuseum Innsbruck. Daraus geht hervor, dass Armut und drückende Not die Hauptursache waren, warum die unglücklichen Weiber vom Wege Gottes abwichen und sich der Hexerei ergaben. Unter der Folter bekannten die armen Frauen die unheimlichsten Dinge: Teilnahme am Sabbath, Teufelbuhlschaft, nächtliche Ausfahrten, Wettermachen, Tötung von ungetauften Kindern usw. Zu ihrem Treffpunkt am Schlern kamen sie auf Besen geritten. Der Teufel ließ aufspielen, pfeifen und trompeten.
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